5. Juni 2021
Wir sehen uns bald im Mooswaldstadion!
Ein langwieriger Prozess zur Namensfindung für das neue Stadion ist
vor kurzem auf die Zielgerade eingebogen und nun im Ziel angelangt.
Einige Wochen zuvor wurden zahlreiche Fanclubs und Gruppen per Mail
angeschrieben, worin unser Anliegen, zukünftig einen
nichtkommerziellen Namen für das mittlerweile fast fertige Stadion zu
verwenden, erklärt wurde.
Alle adressierten Parteien konnten Vorschläge einsenden, sowie an der
darauffolgenden Diskussion darüber teilnehmen. In einem ausführlichen
Sondierungsverfahren mit über zwanzig Ideen legten sich die Vertreter
der mitwirkenden Fanclubs und Gruppen auf fünf Namen fest.
Im Anschluss daran hatte man eine Woche Zeit, um ein weiteres Mal
intern zu klären, für welchen Favoriten man sich bei der Abstimmung
starkmachen möchte.
Jeder anwesende Fanclub bzw. jede Gruppe durfte eine Stimme abgeben
und am Ende des Tages ging das Mooswaldstadion einstimmig als klarer
Sieger hervor. Wie auch schon beim Dreisam- und dem Möslestadion,
freuen wir uns den neuen Standort mit einem lokalen Bezug schmücken zu
können.
Für viele von uns wird es nicht einfach sein, sich an die neue
Heimstätte zu gewöhnen. Umso wichtiger erscheint es uns einen ersten
Schritt in Richtung Identifikation zu machen, den hoffentlich viele
Menschen mitgehen. Wir als Fans möchten das Mooswaldstadion und seinen
Namen Schritt für Schritt mit Leben füllen und würden uns darüber
freuen, wenn diese Bezeichnung für alle Leute an erster Stelle steht,
sobald das Bauwerk in der Achim-Stocker-Straße Thema ist.
15. Mai 2021
Mai 2021 und die Welt ist noch immer aus den Fugen. Die Welt wie wir sie gekannt haben ist noch immer ein gutes Stück entfernt, wenn uns jemand im Februar 2020 erzählt hätte, dass wir die nächsten 15 Monate kein Stadion mehr von innen sehen würden und Stadionverbote und Repressalien der Polizei hieran keinerlei Schuld tragen, hätten wir die Leute wohl für verrückt erklärt. Nun im Mai 2021 sind wir eines besseren belehrt worden.
Dennoch möchten wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich unsere unerschütterliche Treue zu unseren Freunden ausdrücken.Unsere Freunde in Italien mussten eine Menge Rückschläge in der letzten Zeit verkraften. Rimini ist durch skandalöse Bedingungen in der Letzten Saison direkt aus der Serie C abgestiegen, ohne Möglichkeit den Klassenerhalt auf sportlichem Wege zu erreichen. Darüber hinaus mussten unsere Freunde Abschied von Mirco nehmen, der nun im Jenseits seine Mannschaft und Freunde unterstützen wird.
Auch für unsere Freunde in San Benedetto ist die Lage sehr kritisch. Nach dem wir im vergangen Jahr aufgrund von Corona die Festlichkeiten bzgl. 15 Jahren unserer Freundschaft verschieben mussten, steht SAMB mal wieder vor dem finanziellen Aus. Die sportlichen Leistungen auf dem Feld waren diese Saison nicht immer so wie erhofft, dennoch hat die Mannschaft sportlich nichts mit dem Abstieg zu tun und muss dennoch aufgrund der Misswirtschaft des Präsidenten unter Umständen den Gang in die 6. Liga antreten müssen.
Amici Riminese & Sambenedettese: Non mollare mai! Noi siamo sempre con voi amici!
Darüber hinaus möchten wir auch unsere Freunde in der Schweiz nicht vergessen. Wir sind froh mit euch Seite an Seite zu stehen, aufgrund der geografischen Nähe war es uns immerhin in den vergangenen 15 Monaten hin und wieder möglich uns zu sehen und seit gewiss: Wir werden auch in Zukunft treu an eurer Seite stehen!
Maggio 2021 e il mondo è ancora fuori dal comune. Il mondo come lo abbiamo conosciuto è ancora molto lontano. Se qualcuno ci avesse detto nel febbraio 2020 che non avremmo visto uno stadio dall’interno per i prossimi 15 mesi e che i divieti e le rappresaglie da parte della polizia non ci fossero state probabilmente le persone sarebbero state dichiarate pazze. Ora, a maggio 2021, ci è stato insegnato meglio.
Tuttavia, vorremmo cogliere questa opportunità per esprimere la nostra lealtà ai nostri amici. I nostri amici di Italia che in questi tempi hanno ricevuto tanti colpi . Il Rimini è retrocesso direttamente dalla Serie C a causa di condizioni scandalose nell’ultima stagione, senza possibilità di restare in campionato in modo sportivo. Inoltre, i nostri amici hanno dovuto salutare Mirco, che ora sosterrà la sua squadra e gli amici nell’aldilà.
La situazione è molto critica anche per i nostri amici di Samb. Dopo aver dovuto posticipare i festeggiamenti per 15 anni della nostra amicizia a causa di Corona l’anno scorso, Samb sta ancora una volta affrontando un fallimento finanziario. Le prestazioni sportive in campo non sono state sempre quelle sperate in questa stagione, ma la squadra non ha nulla di fare con la retrocessione e potrebbe comunque passare in divisione 6 a causa della cattiva gestione del presidente.
Amici Riminese & Sambenedettese: Non mollate mai! Noi siamo sempre con voi fratelli!
Inoltre, non vogliamo dimenticare i nostri amici in Svizzera. Siamo felici di stare al vostro fianco, per la vicinanza geografica che abbiamo potuto vederci di tanto in tanto negli ultimi 15 mesi e di sicuro: continueremo a stare al vostro Fianco in futuro!
Natural Born Ultras im Mai 2021
29. April 2020
Vor über sieben Wochen ist der letzte Pfiff im Dreisamstadion ertönt. Seit diesem Zeitpunkt ruht der Ball und die für manche wichtigste Neben- oder auch Hauptsache wurde geradezu unbedeutend.
Die Auswirkungen der Pandemie haben zu Einschränkungen in unserem gesellschaftlichen Leben, teilweise zu existenzbedrohenden und wirtschaftlichen Nöten und nicht zuletzt auch zur Sorge um die Gesundheit der Menschen, die uns Nahe stehen, geführt.
Für Fußball war und ist in dieser Situation kaum Platz. Und auch jetzt führt die immer wahrscheinlicher werdende Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu keiner Freude. Kein aktiver Fußballfan kann von sich behaupten, dass er Spiele gerne im TV und dann auch noch ohne Fans im Stadion verfolgt. Das ist schlimmer als Stadion-, Stadtverbot und Meldeauflagen zusammen. Wie kann man so etwas auch nur im Geringsten tolerieren?
Auf lange Sicht sind Geisterspiele und die dadurch erzielte Finanzspritze durch TV-Gelder dennoch die kleineren Übel, die den Fußball in dieser Krise treffen. Die zweifelsohne durch viele Vereine selbst herbeigeführte Notlage, muss Konsequenzen in den jeweiligen Vereinen für die dort verantwortlichen Personen haben. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Clubs ihre Liquiditätslücke am freien Kapitalmarkt schließen. Vereine finanzieren sich eben nicht wie andere Unternehmen des Mittelstandes über Eigenkapital und Banken. Auch in normalen Zeiten führt dies zu einer Schwäche die zu abenteuerlichen Finanzierungsmodellen führt. Nun führt dies unweigerlich zur Aufnahme von externen Geldgebern und Investoren.
Soll man den jahrelangen Kampf für 50+1 gegen die steigende Kommerzialisierung und Ausverkauf der Seele der wenigen übrig gebliebenen „eingetragenen Vereine“ einfach so aufgeben? Wo wird das benötigte Geld zum Überleben aufgetrieben, sobald dem Premiumprodukt Bundesliga das letzte Geld ausgeht? Dem Fall von 50+1 und dem Ausverkauf des letzten Stückes Seele steht nichts mehr im Wege.
Entscheidend für die Hinnahme der Geisterspiele ist, dass derzeit überhaupt nicht absehbar ist, wann überhaupt wieder Spiele mit Zuschauern möglich sind. Die Politik bemüht sich derzeit darum, der Bevölkerung, durch diverse Lockerungen der allgemeinen Einschränkungen, eine Wende zum Guten zu suggerieren. Ein Ende der Pandemie und die Rückkehr zur vollständigen Normalität und zu Rückgewinnung unserer Freiheit ist derzeit zeitlich jedoch nicht absehbar.
Selbst einem gut und nachhaltig geführten Verein wie dem Unseren, steht nach absehbarer Zeit ohne Einnahmen das Ende bevor. Anderen deutlich früher. Es müssen daher neue Regelungen und Leitplanken gefunden werden, die den Fußball auch durch künftige Krisen führen.
Wir fordern den SC Freiburg auf Konzepte und Maßnahmen zu erarbeiten, um mögliche Zahlungsschwierigkeiten des eigenen Vereins zu verhindern. Gleichzeitig muss der Verein seinen Einfluss bei der DFL geltend machen um auch dort Veränderungen herbeizuführen, um eine solche Lage zukünftig zu verhindern. Lizenzierungsauflagen und die Verteilung von TV Geldern sind daher neu zu regeln:
- 50+1 muss erhalten bleiben; auch die Aufnahme von stillen Gesellschaftern oder stillen Beteiligungen muss ausgeschlossen werden
- Teile der TV-Einnahmen muss die Liga zurückbehalten und nicht an die Vereine weitergeben. Die gebildeten Rücklagen müssen im Krisenfall gerecht verteilt werden.
- Die Verpfändung von künftigen TV Einnahmen über eine Saison hinaus muss unterbunden werden.
- Gehaltsobergrenzen Europaweit, für Spieler und Funktionäre
- Veröffentlichung von Jahresabschlüssen aller Liga-Vereine unabhängig ihrer Rechtsform und Größe gem. den Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften nach HGB und AktG
- Financial Fairplay darf nicht länger nur auf dem Papier stehen, sondern muss von Verbänden und Vereinen ernstgenommen, gelebt und überwacht werden.
- Korruption muss aktiv bekämpft und sowohl in der der Zukunft, als auch die Vergangenheit lückenlos aufgedeckt werden.
Wir arrangieren uns schweren Herzens mit Geisterspielen, wenn auch DFB, Liga und Vereine Konzepte vorlegen, die gesellschaftliche Verantwortung, nachhaltigeres Wirtschaften und einen solidarischen Umgang mit unterklassigen Vereinen erkennen lassen. Jetzt ist die Zeit gekommen, den Fußball zu retten und gleichzeitig neu auszurichten, auch wenn der Weg dorthin eine lange Durststrecke bedeutet!
Der Sport-Club Freiburg e.V. darf nicht fallen, nur, weil wir Geisterspiele hassen. Manchmal ist der Weg zum Ziel nur durch den Biss in einen sauren Apfel zu erreichen. Nur wer gestärkt durch die Krise kommt, profitiert davon. Niemand will 36 Kapitalgesellschaften im Profisystem haben oder eine geschlossenes Ligensystem nach nordamerikanischem Vorbild.
Doch die Regeln sind klar: Geisterspiele müssen Geisterspiele sein… Pappfiguren im Stadion aufzustellen ist bescheuert. Fangesänge vom Band gehen gar nicht… Die Tribünen als zusätzliche Werbefläche zu benutzen: No-Go! Geisterspiele sind Fußballspiele ohne Zuschauer, so dass wirklich jedem bewusst wird – Fußball ist alles. Fußball ohne Fans ist nichts!
6. März 2020
In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.
Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen.
Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.
Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die “neue Linie” des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.
Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.
Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.
Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen!
Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.
Wir fordern und erwarten daher:
Kollektivstrafen abschaffen! Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.
Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen! Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören – im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!
Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.
Fick dich DFB!
Fanszenen Deutschlands im März 2020
1. November 2019
Seit geraumer Zeit hat die Freiburger Polizei einen hoch eskalativen Umgang mit Fußballfans eingeschlagen, obwohl der Standort und die Fanszene als unproblematisch gelten. Sowohl Gäste- als auch Heimfans sind willkürlichen Repressionen ausgesetzt und es findet keine präventive Polizeiarbeit mehr statt. Zudem verhindert Hardliner Gabriel Winterer seit Jahren einen Dialog zwischen Fans und Polizei. In den vergangenen Monaten verstärkt die Polizei Freiburg spürbar die Repressionen gegenüber Fußballfans.
Beim Pokalspiel des SC Freiburg gegen Union Berlin kam es beim Versuch der Gästefans ihre Zaunfahnen im Oberrang des Gästeblocks aufzuhängen zu Tumulten, die mit der Festnahme eines Union Berlin Fans und der Wegnahme eines Zaunfahnenrucksacks durch die Polizei endeten. Eine genauere Schilderung des Vorfalls aus Sicht der Unionfans gibt es hier.
Nachdem wir im Laufe der ersten Halbzeit von der Verhaftung erfuhren, entschieden wir uns, mit einem Stimmungsboykott Solidarität gegenüber den betroffenen Fans zu zeigen und gleichzeitig auf das Verhalten der Freiburger Polizei aufmerksam zu machen. Dies geschah nicht ausschließlich aufgrund der Situation der Berliner an diesem Spieltag, sondern auch angesichts der sich zuspitzenden Eskalation von Seiten der Freiburger Polizei in den letzten Monaten.
Wie reagiert die Polizei Freiburg?
Einerseits finden sich im offiziellen Polizeibericht subjektive Positionen und Eindrücke, welche Fangesänge kommentieren und die Stimmung auf der Nordtribüne kritisch beurteilen. Andererseits wurden über die offiziellen Social-Media-Kanäle der Polizei polizeikritischen Äußerungen auf stumpfe Art und Weise kommentiert. Dabei stellt die Polizei Freiburg Ultras an sich als unglaubwürdig dar und macht auch vor Unwahrheiten keinen Halt. Beides überschreitet unserer Auffassung nach die Kompetenzen und das Aufgabengebiet der Polizei. Im Folgenden dokumentieren wir einige der Äußerungen:
Mit ihrer öffentlichen Strategie versucht die Polizei Freiburg gezielt zu provozieren, Ultras pauschal als Kriminelle zu brandmarken und Fans zu spalten. Zeitgleich soll von ihrem eigenen fragwürdigen Handeln abgelenkt werden. Dies verurteilen wir aufs Schärfste.
Die Folgen der Einsatzstrategie von Gabriel Winterer sind gravierend
Leider handelt es sich bei dem Vorfall von Dienstag nicht um einen Einzelfall. Die Freiburger Polizei geht systematisch und maßlos gegen Fußballfans vor. (Einige Beispiele von Seiten der Heimfans sind auf der Website der Corrillo Ultras dokumentiert. Das sind die Folgen:
- Das Verhältnis von Fans und Polizei verschlechtert sich zunehmend. Gerade bei jungen Menschen, die in ihren ersten Kontakten mit der Polizei unverhältnismäßigen Repressionen und sinnfreien Maßnahmen ausgesetzt sind, kann kein differenziertes Bild gegenüber der Polizei entstehen.
- Der miserable Ruf der Freiburger „Gastfreundschaft“ nimmt Woche für Woche zu. Dies schadet dem positiven Bild des SC Freiburg und der Stadt.
- Fußballfans werden pauschal kriminalisiert.
- Es werden bewusst Gefahren- und Paniksituationen geschaffen.
- Die auf Eskalation ausgelegte Einsatzstrategie bindet zudem eine nicht benötigte Anzahl an Einsatzkräften
- Arbeitsstunden, die bei der nach eigenen Angaben unterbesetzten Polizei sicherlich besser verwendet werden könnten.
Was muss passieren?
Wir wollen in Freiburg in Zukunft Fußballspiele besuchen, ohne dabei von Spiel zu Spiel befürchten zu müssen, Spielball unverhältnismäßiger polizeilicher Maßnahmen zu werden. Um dies zu ermöglichen und zu einer entspannten Situation rund um Fußballspiele beizutragen, fordern wir:
- dass Hardliner, wie Herr Winterer, in Zukunft keine Fußballeinsätze mehr leiten und ihre Privatfehde gegen Fußballfans beenden.
- mit sofortiger Wirkung ein Ende der Materialeinschränkungen im Freiburger Gästeblock.
- die Wiederaufnahme einer deeskalierenden Strategie der Polizei.
- eine Positionierung von den Verantwortlichen des Sport-Club Freiburg zum eskalierenden und unprofessionellen Verhalten der Polizei Freiburg- ein Einschreiten weiterer Institutionen, auch von Seiten der Stadt Freiburg.
- für das neue Stadion am Wolfswinkel: eine Stadionordnung statt einer Polizeiordnung, die den Stadionbesuch regelt und die Nutzung von Fanutensilien nicht einschränkt.
Ferner muss die Einsatzleitung der Polizei Freiburg für Ihren Umgang mit Fußballfans zur Verantwortung gezogen werden. Es kann nicht angehen, dass diese Woche für Woche eine Eskalation befeuert
Respektvoller Umgang zwischen allen Fans des Sport-Club Freiburg e.V.
Wir wollen und können niemandem vorschreiben, ob und wie er den Sport-Club Freiburg e.V. im Stadion unterstützt. Gegenseitiger Respekt hat für uns einen hohen Stellenwert. Nur durch ein Miteinander haben wir in der Vergangenheit viel Positives erreicht und werden auch in Zukunft noch viele stimmungsvolle Ereignisse auf der Nordtribüne oder in den Gästeblöcken der Liga erleben. Der Zusammenhalt zwischen allen Fans, ob Ultra oder Fanclub, darf durch unterschiedliche Auffassungen, wie mit den Provokationen der Polizei umzugehen ist, keinen Schaden nehmen. Dann hätten alle die ihr Ziel erreicht, denen eine Spaltung der Nordtribüne entgegenkommt.
Corrillo Ultras
Immmer Wieder Freiburg
Natural Born Ultras
Supporters Crew Freiburg
Synthesia Ultras 79
16. August 2019
Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.
In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.
An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.
Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.
Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.
Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.
Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen , teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.
Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.
Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!
7. August 2019
Hallo Sport-Club Fans
Um in Magdeburg ein möglichst geschlossenes Bild abzugeben, wird es vor dem Spiel gegen eine Spende von 10€ einen Fischerhut geben. Die Spendeneinnahmen werden für weitere Aktionen und Choreografien verwendet.
Also alle 10€ extra mitnehmen !
Vollgas für die 2. Runde !

5. August 2019

10. April 2019
Fußball verbindet Menschen jeden Alters, Geschlechtes und wirtschaftlichen Standes. Unsere Kurve und unsere Gruppe ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Der kleinste gemeinsame Nenner ist die bedingungslose Hingabe für unseren Verein.
Choreographien sollten daher aus gegenseitigem Respekt ausschließlich der Unterstützung der eigenen Mannschaft, des Vereins oder der Inszenierung der eigenen Kurve dienen und abgesehen von Fußball betreffenden Fragen keinerlei politische Message enthalten.
Wir stehen für eine freie Kurve, in der jeder Einzelne seine eigene Meinung, Gesinnung und Einstellung haben kann, sind jedoch dagegen einer ganzen Kurve eine politische Meinung aufzudrängen.
Daher wurde die Choreographie von uns akzeptiert, aber nicht unterstützt. Dies bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass wir gegen Frauen beim Fußball, in unserer Kurve oder im Umfeld unserer Gruppe sind, oder geschlechtliche Gleichstellung nicht befürworten.
Die Initiatoren der fantastic.females Ausstellung in Freiburg haben wiederholt betont, es ginge ihnen nicht um eine Feminismus/Sexismus Debatte, sondern darum das Fan-Sein als Frau sichtbar zu machen. Hierzu wäre die mehrtägige fan.tastic females Ausstellung vollkommen ausreichend gewesen, da man sich dort abseits eines Spieltags konstruktiv mit dieser Thematik auseinandersetzen konnte.
4. Februar 2019
Beim gestrigen Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wurden über 1.500 Freiburg Fans vor dem
Anpfiff von der Polizei in einem engen Korridor festgehalten. Dabei wurden eine Massenpanik
und Verletzte billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nur durch
besonnenes Verhalten der Fans konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Fans verpassten
durch die unbegründete Polizeimaßnahme die ersten 30 Minuten des Spiels.
Entgegen der Medienberichte durch den SWR verzögerte sich beim gestrigen Auswärtsspiel beim
VFB Stuttgart nicht der Einlass selbst, vielmehr wurden über 1.500 Freiburg Fans durch eine
Polizeisperre im Eingangskorridor zum Gästeblock festgesetzt. Die Polizeisperre befand sich am
Ende des ca. 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, der durch hohe Zäune inklusive
Sichtschutz begrenzt ist und keine Fluchtwege bietet. Damit erzeugte die Polizei eine enorme
Gefahrensituation, die im Falle einer Massenpanik nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre. Lediglich
die unmittelbar an der Polizeisperre stehenden Personen wurden über die Gründe der Polizeisperre
informiert: die Notwendigkeit zusätzlich zur gängigen Kontrolle am Stadioneinlass einzelne Fans aus
der aktiven Fanszene gesondert zu kontrollieren. Einzelne Polizisten begründeten die Maßnahme
gegenüber aufgebrachten Fans damit, dass nach der Ankunft des Fanzugs drei Fans Pyrotechnik
gezündet hatten, die aber bereits festgenommen worden sind. Dass vermummte Polizisten
zusätzliche Einlasskontrollen durchführen möchten, ist ein Novum für Freiburg-Fans. Solche
Maßnahmen schränken Freiheitsrechte ein, stellen Fans unter Generalverdacht und untergraben die
Autorität der Vereine als Veranstalter. Daher wurden die Kontrollen von der aktiven Fanszene
abgelehnt. Diese konnte sich dann aber nicht ohne weiteres entfernen, weil immer mehr Menschen
von hinten in den Korridor strömten und die Polizei sie anwies, sich nicht aus der Situation zu
entfernen. Währenddessen begann die Polizei einzelne Fans zu kontrollieren. Dabei wurde
festgestellt, dass durch die geringe Anzahl an Einsatzkräften lediglich zwei Fans zugleich durch die
Polizei kontrolliert werden konnten und eine Kontrolle mehrere Minuten pro Person andauerte. Ein
reibungsloser Ablauf der von der Polizei forcierten Maßnahmen war daher zu keinem Zeitpunkt
gewährleistet.
Aufgrund der fortschreitenden Zeit wurden die Fans immer nervöser und begannen von hinten Druck
auszuüben. Zu diesem Zeitpunkt war es den eingekesselten Fans nicht mehr möglich, die Situation
zu verlassen. Die wiederkehrende Aufforderung an die Polizei, die Menschenmenge über die
Maßnahme zu informieren und sie zu beruhigen, wurde durch die Polizei ignoriert. Da keine
polizeiliche Einsatzleitung vor Ort war, gestaltete sich die Kommunikation äußerst schwierig. Es
wurde dann über die eigenen Fan-Megafone versucht, die Freiburg Fans zu informieren. Mitten in der
eingekesselten Menschenmenge brach während der Sperre ein Mann zusammen, der durch das
besonnene Verhalten der Freiburg Fans dem Sanitätsdienst übergeben werden konnte. Einzelne
Fans brachen aufgrund der Drucksituation, die nicht verlassen werden konnte, emotional zusammen.
Die Polizeisperre wurde dann kurz vor Anpfiff des Spiels aufgelöst, ohne dass eine Kontrolle oder
ähnliches durchgeführt wurde. Warum die Polizeisperre aufgelöst wurde, ist uns nach wie vor nicht
bekannt. Die unmittelbare Auflösung der Polizeisperre in Verbindung mit dem nahenden Anpfiff des
Spiels führte dann dazu, dass sich erneut eine Drucksituation am eigentlichen Stadioneinlass
aufbaute. Die Ordner versuchten durch zügige Kontrollen die Situation zu entspannen, was jedoch
erst gelang, als die Drehkreuze geöffnet wurden.
Zusätzlich festzuhalten bleibt, dass die Polizei etwa zur Ankunftszeit der zugreisenden Freiburg-Fans
bereits am Gästeblock eine anlasslose Personenkontrollen aller Mitfahrer eines Freiburger-Fanbus
durchführte. Dieser wurde zudem durch Polizeibeamte sowie Hunde durchsucht. Gerade mit Hinblick
auf diese Maßnahmen ist es fraglich, inwieweit der unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber
allen Freiburg-Fans nicht schon lange im Vorhinein geplant war und das Abbrennen von Pyrotechnik
einzelner als willkommene Rechtfertigung von selbigen gegenüber dem SWR genannt wurde.Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Über 1.500 Fans wurden über eine Stunde in eine
Gefahrensituation gebracht und verpassten die ersten 30 Minuten des Spiels. Zum Zeitpunkt
der Öffnung der Polizeisperre war die Situation kurz davor völlig außer Kontrolle zu geraten.
Nur durch das besonnene Verhalten einiger Fans konnte eine Massenpanik verhindert werden.
Wir verurteilen diese polizeiliche Maßnahme aufs Schärfste und fordern eine unabhängige
Überprüfung dieser Maßnahme sowie eine Stellungnahme des VfB Stuttgarts als gastgebender
Verein.
Freiburg, 04.02.2019
Corrillo Ultras, Immmer Wieder Freiburg, Natural Born Ultras, Supporters Crew Freiburg, Synthesia
Ultras
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